Sexuelle Probleme, die keine sind
Tatsache ist, dass wir alle tagtäglich mit verzerrten Normen und
falschen Informationen konfrontiert sind - denn das Thema Sex iat in
allen Medien präsent und sorgt für Aufmerksamkeit und entsprechende
Verkaufszahlen.
Inzwischen beginnt man zu grübeln, ob man nicht vielleicht unter einer
schwerwiegenden Sexualstörung leidet, wenn man
... zufrieden damit ist, einmal im Monat Sex zu haben
... nicht jedesmal einen ekstatischen Orgasmus erlebt
... nicht zwangsläufig an immer neuen Liebestechniken interessiert ist
... als Mann den Samenerguss nicht unbegrenzt lange herauszögern kann
... als Frau keine mehrfachen Orgasmen erlebt
... Zeit braucht, um von Alltag auf Sex umzuschalten
....als Mann nicht bei jedem Gedanken an Sex sofort eine spontane
Erektion bekommt
Viele Menschen, die mit "sexuellen Problemen" in meine Praxis kommen,
haben keine. Was nicht bedeutet, dass sie nicht leiden. Doch sie leiden
darunter, dass ihr Körper völlig angemessen reagiert und zum Beispiel
die Erregung versagt, wenn der Stresslevel zu hoch ist. Oder sich mit
Schmerzen beschwert, wenn ohne ausreichende sexuelle Erregung trotzdem
unbedingt ein Geschlechtsverkehr durchgeführt werden soll.
Das Problem sind weder der Körper noch die eigenen Empfindungen.
Sondern diese Menschen leiden darunter, dass das, was sie erleben von
dem abweicht, wie es doch eigentlich sein sollte. Wenn alle Oralverkehr
toll finden und ausgerechnet mich das nicht erregt, muss doch mit mir
etwas nicht stimmen?
Wie unglaublich viel unnötiges Leid wird durch den Versuch verursacht,
im Bett zu funktionieren. Doch der Versuch, alles richtig zu machen ist
die sicherste Methode sich den Spaß gründlich zu versauen.
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